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Thema: Weihnachtskaktus - usprüngliche Art?

  1. #21
    Moderator ***** Avatar von MarcoPe
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    In Österreich gibt es die GÖK, die Gesellschaft Österreichischer Kakteenfreunde. Eng mit der deutschen und schweizerischen Gesellschaft verbandelt.

    Ich bin echt kein Schlumbergera-Experte, denke aber, dass der Blattfall im Sommer mit zu hohen Temperaturen und zu unregelmäßigen Wassergaben zu tun hat (so schaffe ich das). Dieser Stress lässt die Blätter purzeln. Es sind ursprünglich Pflanzen, die ein eher ausgeglichenes Klima haben. Keine Hitze, keine Kälte, keine Trockenheit, keine Staunässe. Deswegen gehen die so gut bei alten Menschen, die eine ausgeprägte Regelmäßigkeit in ihrem Leben haben und die Töpfe abseits der Fenster halten.

    Vielleicht äußert sich hier mal ein erfahrener Sammler?

    Grüße von
    Marco
    http://www.kakteenfreunde-berlin.de/
    Kakteenversteher, Autor bei Wikipedia, Mitglied und Samenspender bei der Deutschen Kakteengesellschaft

  2. #22
    Foto-Herby
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    @ Ingo

    Klar: Ritterstern - danke für die Korrektur.

    @ Marco

    Danke für den Hinweis auf die GÖK. Ich werde mich da mal schlau machen.

    Dass die Ursprungsform der Schlumbergera ein eher ausgeglichenes Klima in der Natur vorfindet, halte ich für unwahrscheinlich. Wo auf diesem Planeten gibt es das ganze Jahr hindurch ein gleichmäßiges Klima mit Kurztagsbedingungen? Letzteres entsteht doch nur, wenn der Standort weit genug vom Äquator entfernt ist. Nur entsteht dadurch auch Sommer und Winter. Und das wiederum ist verantwortlich dafür, dass die Temperatur im Laufe des Jahres mehr oder minder stark schwankt. Je gleichmäßiger das Klima, umso gleichmäßiger die Lichtbedingungen.

    Und genau das führt mich dann eben zu meiner Theorie. Du wirst vermutlich recht haben, dass die neuen Züchtungen mit der hohen Temperatur im Sommer schwer zurecht kommen. Nur vermute ich den Grund dafür nicht wie Du, dass am natürlichen Standort keine großen Temperaturschwankungen vorfinden, sondern weil die neuen Sorten künstlich darauf getrimmt wurden, möglichst gleichmäßige Temperaturen vorzufinden. Und das deswegen, um möglichst zu verhindern, dass der Otto Normalverbrucher über viele Jahre seine Freude an der Pflanze hat. Ein Gärtner hat es doch recht einfach, sein Gewächshaus entsprechend zu temperieren. Als Zimmer- oder allenfalls Balkongärtner tut man sich da schon deutlich schwerer. Den 'alten' Sorten hat es nichts ausgemacht, auch mal bei 30 oder mehr Grad am gut belüfteten Nordostfenster zu stehen. Jedenfalls hat der Wuchs und auch der spätere Flor in keinster Weise darunter gelitten. Klar - ein Weihnachtskaktus alter Sorte direkt oberhalb einer Zentralheizung blüht nicht so voll wie ein anfangs kühl stehendes Exemplar - aber es wird auch dort zum Blühen kommen. Eine neue Sorte werde ich dagegen unter diesen Bedingungen sicher niemals zum Blühen bringen können. Fürchte ich.

    LG - Herby

  3. #23
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    Hallo zusammen und hallo Foto-Herby,

    also die GÖK, die SKG und natürlich auch die DKG sind Schwestergesellschaften, die ohne Konkurrenz schon seit Jahrzehnten gut zusammen arbeiten und zusammen monatlich die KUAS herausbringen.

    Was Dein Thema betrifft, könnten Dir eigentlich nur Leute helfen, die sich mit EPi-Kakteen beschäftigen und oder deren Sammlungsgebiete sich in Brasilien befinden. So viel ich weiß ist Andreas Hofacker (Präsident der DKG) so ein Spezialist. Das weiß ich, u.a. durch seine Artikel in der KUAS.

    Was die ökologischen Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Kultur betrifft, so sollte man bedenken, dass Schlumbergera grundsätzlich epiphytisch wachsen. Epiphyten sind Pflanzen die auf anderen lebenden Pflanzen wachsen, ohne das sich von ihnen ernähren. Wie z.B. in Astgabeln von Bäumen. Mit andern Worten, die zum Überleben notwendige Feuchtigkeit besteht grundsätzlich aus Niederschlägen, also aus mehr oder weniger saurem Wasser. Das Substrat besteht also nur aus verrotteten Pflanzenresten zu zugewehten Sedimentanteilen.

    Das macht die Kultur unter hiesigen Verhältnissen auch so schwierig.

    Hauptverbreitungsgebiete sind in Brasilien die Regionen Sao Paulo und Rio de Janeiro in Höhen von 400 bis 2000 Meter. Da die besiedelten Bäume nach den jahreszeitlichen Klimaschwankungen auch ihre Blätter verlieren, bekommen epiphytisch wachsende Kakteen das not wendige Licht um Knospen zu bilden. Das erklärt auch, warum alle Schlumbergeraarten in der Kultur gewisse Trockenruhe durch machen müssen, um zum Blühen zu kommen.

    Mach(t) es gut

  4. #24
    Erfahrener Benutzer ** Avatar von christinag
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    Das ist natürlich schade, das Herby seine modernen Sorten nicht zum Blühen bekommt. Ich sehe aber darin kein unlösliches Problem denn für die Vermutung das die modernen Züchtungen speziell zum Nichtblühen veredelt worden sind gibt es keinerlei Beweispunkte. Ich habe viele Methodenbeschreibungen, Patentanträge usw mit detailierten Beschreibungen der grossen Züchterbetriebe durchgelesen und keinerlei Hinweise auf solchen Zuchtziehlen gefunden. Es ist auch nicht meine persönliche Erfahrung das diese schwieriger zum Blühen zu bekommen sind als die älteren Züchtungen, eher umgekehrt. In einer modernen Wohnung gibt es allerdings so einiges was die Knospenbildung beeinflussen kann, und worauf man vielleicht nicht sofort kommt. Zum Beispiel gibt es keine Nachttemperatursenkung, so wie man sie altersher ohne Zentralheizung kannte. Auch eine Fensterlampe oder ein Nachtlicht kann sehr störend einwirken oder Reklameschilder die direkt durchs Fenster hineinleuchten, zu der Zeit wo die Pflanzen ihre ungestörte Dunkelphase brauchen. Ich schätze das dieser Lichtstörfaktor neben schlechter Licht- und Nahrungsbedingungen während des Sommers, der grösste einzelne Störfaktor darstellt. Also - Licht aus während der Nacht! Die modernen Schlumbergeras sowie die Osterkakteenzüchtungen haben eine Umstellungsperiode von je nach Sorte, 7-9 Wochen bis sie Knospen bilden.

    Das mit den zurückgerollten Blüten hat sicherlich einen biologischen Vorteil, denn die Kolibris und andere Vögel die die ursprünglichen Arten zur Verbreitung helfen, sind sicher für einen einfachen Zugang dankbar. Es ist keine modern angezüchtete Eigenschaft. Ganz im Gegenteil, es wird oft von Züchterquellen angegeben, das man dieses Züruckrollen als unschön empfindet (oder das sie vermuten das ihre Kunden dass so empfinden) und daher versucht wird diese Eigenschaft wegzuzüchten. Manche Sorten bleiben mit "flachem Gesicht" und andere rollen mehr. Das ist also von Sorte zu Sorte unterschiedlich. Das entspricht ja auch das Zurück- oder besser Nachobenrollen der Blüten einiger älteren Weihnachtskakteen. Meine Ur-grossmutter hatte allerdings eine die nicht einrollte sondern recht gespreizt blühte und verwelkte (ähnlich wie eine Osterkaktee). Die älteren Klonen hatten nicht ganz einheitliche Eigenschaften.

    Bis vor etwa zwanzig Jahren hat mein Herz stets wärmer für die älteren Hybriden geklopft, neuerdings habe ich aber die phantastische Vielfalt der neueren für mich entdeckt. Es gibt sooo viele schöne. Und da wir gerade davon reden, es gibt keinen Bilderthread für 2016. Vielleicht sollte man das nachholen :-)

    OT
    Die älteste Zeichnung einer zweifarbigen Kaktee von truncata-typus stammt aus dem Jahre 1823. Das hat mich etwas vom Stuhl gerockt denn ich dachte das wäre was neues. Es gab aber schon eine grosse Vielfalt an Farben in der freien Wildbahn.

    / CG

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