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Thema: Gewächshaus-Isolierung

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  1. #1
    Moderator ***** Avatar von MarcoPe
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    Standard Gewächshaus-Isolierung

    Kurze Anleitung zur Isolierung eines kleinen Gewächshauses mit Luftpolsterfolie


    Ich wollte diesen Beitrag eigentlich erst veröffentlichen, wenn ich die entsprechenden Bilder dazu angefertigt habe. Wegen den zahlreichen Fragen hier schon einmal der Text. Die Bebilderung hole ich innerhalb der nächsten vier Wochen nach!

    Vorteile und Nachteile der Isolierung
    Bei der Isolierung eines Gewächshauses sollte man sich über folgende Punkte im Klaren sein:
    -Die Isolierung sollte auf Dauer weniger kosten, als man an Heizkosten einspart.
    Dies dürfte in Deutschland normalerweise der Fall sein.

    -Eine Isolierung aus Folie wird in der Regel nach einigen Jahren von der UV-Strahlung zerstört. Im Sommer sollte man sie im Dunkeln lagern.
    -Die Isolierung vermindert den Lichteinfall deutlich.
    Im Winter ruhen Kakteen jedoch und vertragen eine geringere Einstrahlung.

    -Die Isolierung muss den Witterungsbedingungen vor Ort angepasst sein. In Küstennähe hat man eher Probleme mit starkem Wind, im Osten mit sehr tiefen Temperaturen und im Gebirge mit starkem Schneefall.
    -Die Isolierung vermindert in der Regel den Luftaustausch. Daher sollte auf eine sachgerechte Lüftung oder Luftentfeuchtung geachtet werden: Zu feuchte, stehende Luft kann Fäulnis begünstigen, zu starkes Lüften bei zu tiefen Temperaturen schadet den Pflanzen (Schock). Zugluft wird durch eine Isolierung normalerweise unterdrückt.
    -Größere Häuser isoliert man eher von Innen, kleine sinnvoller weise von Außen. Kondenswasser bildet sich im isolierten Gewächshaus weniger, weil die Innenflächen weniger stark abkühlen.

    Aufmaß und Beschaffung des Materials
    In meinem Fall benötigte ich 22 m2 Material für die Außenfläche. Dazu rechnet man mit Verschnitt (etwa 20 % = 24,4 m2) und rundet großzügig auf (26 m2), damit am Ende nicht ein kleiner Streifen fehlt und man noch einmal einkaufen fahren muss.

    Isoliermaterial wird richtig teuer, wenn man es von der Rolle kauft. Mein Baumarkt hier (Hornbach) war nicht in der Lage, mir eine ganze Rolle günstiger zu verkaufen. Gerne hätte sich ein Mitarbeiter hingestellt und mir die Einzelteile nach Maß abgelängt. Das hätte zwar mindestens eine halbe Stunde gedauert, aber die haben es ja… Ich kaufte bei „ebay“, zum halben Preis. Baustoffhändler oder Folienfabriken haben Luftpolsterfolie auch (manchmal). Preisvergleich lohnt sich!

    Es ist nicht sinnvoll, die Folie mit den kleinen Noppen zu kaufen. Große Noppen mit einer Folienstärke von 80 μ sollten es schon sein. Diese Folie ist haltbarer und der größere Luftzwischenraum isoliert besser. Ich würde keine Folie unter 1,2 m Breite kaufen, man muss dann zu viel kleben.

    Zusätzliche Einsparmöglichkeiten ergeben sich, wenn man die stehenden Wände mit Styropor innen isoliert oder den zu beheizenden Raum verkleinern kann, indem man einen Bereich (vertikal) oder den Dachbereich (horizontal) mit Folie abtrennt. (Wer schafft es aber, dass Gewächshaus nicht mit Kakteen voll zu stopfen?)

    Befestigung der Folie
    Aus dem Forum habe ich den Tipp, die Folie mit Heißleim zu verkleben. Danke für den Hinweis an Lupus. Es geht auch breites Klebeband und es gibt Gewächshaussysteme mit aufmontierbaren Befestigungshaken oder nachträglich anbringbare Befestigungssysteme (hier ein link zur Orientierung http://www.kakteen-schwarz.de/ „Shop“ à „Zubehör“ à „Folien…“). Für eine Isolierung Innen eignen sich Magnete, aber nur wenn die Konstruktion nicht aus Aluminium oder Holz ist.

    Für die Befestigung unten gehen neben den Befestigungssystemen: Eingraben (falls möglich), ankleben (lässt sich nicht mehr so leicht entfernen) oder mit einer alles umfassenden Drahtschlaufe anpressen. Wichtig ist, dass der Wind nicht zu leicht herunterkommt.

    Durchführung der Isolierung
    Zuerst empfehle ich, die Außenseite gründlich zu reinigen, damit die Lichtmenge nicht zu sehr abnimmt (z. B. „Kärchern“). In der Gärtnerei haben wir das auch immer im Herbst gemacht – wegen des Lichts.
    Ich würde die Isolierung nicht allein durchführen. Sinnvoll ist es, mit den Längsseiten zu beginnen und die Querseiten daran zu hängen. Beim typischen Gewächshaus kann man die Folie ganz über das Haus ziehen, ohne schneiden oder stückeln zu müssen. Bei allen Befestigungsarbeiten solltet ihr darauf achten, dass Wasser immer leicht abfließen kann, ohne unter die Isolierung zu gelangen. Die obere Bahn also einige Zentimeter überlappen lassen.
    Fenster und Türen offen halten - ist wohl selbstverständlich. Machbar ist dies mit großzügigen Überlappungen an den Seiten, oder mit Ausschnitten, die mit einem größeren Stück wieder überklebt werden. Diese Bereiche sind immer anfällig für Wind und mechanische Zerstörung, müssen also jährlich ersetzt werden.
    Im Türbereich kann es sehr sinnvoll sein, auch innen eine Folie aufzuhängen, damit ein Windfang entsteht und man nicht sehr kalte Luft mit hineinzieht, wenn man das Haus betritt.

    Für die Aufbewahrung im Sommer sollte die Isolierung gut abnehmbar sein. Reinigen und trocknen lassen, zusammenlegen und ab damit in den Keller oder einen Schuppen. So sollte die Folie mehrere Jahre halten.

    Nur Mut, du kannst das!

    Marco

    P. S. Wer, wie ich mit Strom heizt, sollte sich überlegen, einen günstigen Anbieter zu suchen. Auf kurze Laufzeit achten und wieder wechseln, wenn der neue den Preis zu stark anhebt. Infos bei den http://www.verbraucherzentrale.de/ !
    http://www.kakteenfreunde-berlin.de/
    Kakteenversteher, Autor bei Wikipedia, Mitglied und Samenspender bei der Deutschen Kakteengesellschaft

  2. #2
    Erfahrener Benutzer ***** Avatar von Chrissi
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    Hallo Marco,

    sehr gut beschrieben. Fast genau so mache ich es auch. Heizen tu ich allerdings mit Gas, weil es zu weit vom Haus weg ist und zu teuer ist. Meine Folie ist jetzt im 4. Jahr drauf. Langsam fängt sie an, rissig zu werden.

    LG Christa

  3. #3
    Erfahrener Benutzer ***** Avatar von Reviger
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    Hallo Christa

    Wenn Du Noppenfolie meinst, da gibt es hier ganz Unterschiedliche Qualitätsmerkmale, welches sich nicht nur im Preis niederschlägt.
    Ich habe mir z.B. Noppenfolie mit einer UV_ Beständigkeit von 3 Jahren gekauft, wobei der Preis pro Quadratmeter bei zirka 5,00-6,00 € liegt.
    Nach meiner doch sehr intensiven Suche im Internet, habe ich noch einen Händler gefunden, der die Noppenfolie mit einer UV_Beständigkeit von 5 Jahren anbietet.
    Hier liegt der Preis dann aber auch gleich fast doppelt so Hoch, was ich für meine Zwecke persönlich für zu Teuer halte.
    Ich werde weiter die "normale" Noppenfolie kaufen und diese dann halt alle 3 Jahre erneuern.

    @Marco Klasse geschrieben warte schon auf die Bilder von Dir!

    Gruss Reviger

  4. #4
    Moderator ***** Avatar von elkawe
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    Da mir die UV Folie zu teuer ist, verwende ich Luftpolsterfolie "Aircap", mit 32mm großen und 14mm hohen Noppen. Da sie zwei Jahre hält ist der Preis von € 30,00 zzgl. € 7,90 Versand für eine 50m x1,50m große Rolle unschlagbar.
    Der Beitrag kann Rechtschreibfeler enthalten.

    Dieser Beitrag wurde bereits 12 mal von elkawe editiert, zuletzt vor 8 Minuten. Grund: Hab mirs anders überlegt
    Eine Reise durchs Kakteenjahr

  5. #5
    Erfahrener Benutzer ***** Avatar von Chrissi
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    Hallo,

    @Reviger

    Ich muss gestehen, damals habe ich nicht darauf geachtet, ob die UVbeständig ist. Nach den 4 Jahren fängt sie stellenweise an zu verschleissen. Aber ich denke, das ist normal. Die Folie hat jedenfalls die großen Luftpolster. Das war mir wichtig.

    @elkawe

    ich wäre an der Adresse interessiert.

    LG Christa

  6. #6
    Moderator ***** Avatar von MarcoPe
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    Standard Windfang für die Gewächshaustür

    Hallo Leute,

    eigentlich wollte ich schon längst die Bilder hier einstellen, aber der Folienlieferant hat bis heute nicht geliefert Ich warte also noch auf die Folie mit den dicken Noppen. Leider ist es jetzt schon so kalt, dass es mit dem Kleben schwierig werden wird.

    Heute habe ich einen Windfang für die Tür "gebaut". Die Gewächshaustür ist die Problemzone schlechthin: Bei einfachen Häusern kann man ohne Schwierigkeiten in den Garten schauen, auch wenn die Tür zu ist. Hier pfeift auch der Wind ungebremst rein (Bild 1).

    Für den Windfang nehme ich dünne Folie, weil sie biegsamer ist. Dicke Folie wird sehr stark gezogen und ich befürchte, dass sie leichter abreißen würde. Dünne Folie hält nicht lange – ich gehe davon aus, dass sie nach einem Winter Müll ist. Kosten etwa 3 €.


    Die Befestigung habe ich mit Kabelbindern vorgenommen (die ich teilweise nicht einmal schließen musste, Bild 2) und die Folie innen angebracht. Innen, weil ich sie außen nur schlecht befestigen kann (Schiebetür), und der Wind sie ständig wegdrücken würde. Die Kabelbinder sollte man nur locker anziehen, da die dünne Folie beweglich bleiben muss – sie reißt leicht aus.

    Beim Windfang ist zu beachten, dass sich zwei Folienhälften überlappen. Hier sind es 40 cm (Bild 3). Jetzt, wo die Folie hängt, ist gut zu bemerken, wie der kalte Wind durch die Ritzen der Tür drückt. Beide Folienlagen werden leicht zur Seite gedrückt.

    Auf Bild 2 ist ein Teil der Styropor-Platten zu sehen. Das isoliert noch einmal zusätzlich im unteren Bereich. Da viele Pflanzen auf Tischen stehen, geht ihnen kein Licht verloren. Kosten für das ganze Haus 13,99 €, mit eigentlich unbegrenzter Haltbarkeit.

    http://www.bildercache.de/thumbnail/20071125-163918-533.jpg
    Das Bild konnte nicht geladen werden oder ist nicht mehr verfügbar!
    http://www.bildercache.de/thumbnail/20071125-171236-946.jpg
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    http://www.bildercache.de/thumbnail/20071125-171326-234.jpg
    Das Bild konnte nicht geladen werden oder ist nicht mehr verfügbar!


    Hoffentlich kommt bald die andere Folie, dann folgen die restlichen Bilder.

    Gruß Marco
    http://www.kakteenfreunde-berlin.de/
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